Liebe Leserin, lieber Leser,
„Jetzt sei doch nicht so neugierig!“ Vielleicht haben Sie diesen Satz als Kind auch des Öfteren gehört und sich gewundert, warum Sie auf eine Frage keine Antwort bekamen. Oder Sie waren in einer anderen Situation enttäuscht, weil Sie in das Thema, um das es ging, nicht eingeweiht wurden. Vielmehr wurden Sie darauf hingewiesen, dass Sie „Ihre Nase nicht in alles stecken“ sollen. Aber warum?
Wenn Neugier als negativ abgetan wird, liegt es meist daran, dass etwas vertraulich bleiben soll: etwa eine intime Information oder ein Geheimnis, das (noch) nicht gelüftet werden soll. Auf die Frage „Was bekomme ich denn zum Geburtstag?“ ist die Antwort „Jetzt sei doch nicht so neugierig“ also absolut plausibel. Und wenn die eigene Privatsphäre zum öffentlich diskutierten Thema wird, sind auch nicht alle Menschen darüber glücklich – selbst in Zeiten von Social Media.
Im Allgemeinen aber ist an Neugierde nichts auszusetzen. Im Gegenteil! Genau genommen bedeutet das Wort nicht mehr, als gierig darauf zu sein, Neues zu erfahren – auch im Sinne von „Wissbegierde“ und „Lernbereitschaft“: beides Begriffe, die positiv belegt sind. So betrachtet erscheint Neugierde gleich in einem ganz anderen Licht: nämlich als Eigenschaft, ohne die wir uns nicht weiterentwickeln könnten. Ebenso ist sie ein wichtiger Treiber für Kreativität und Einfallsreichtum – und damit wiederum für Erfindungsgeist und die Fähigkeit, Probleme zu lösen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Seien Sie ruhig neugierig! Denn das unterstützt Sie dabei, Ihr Potenzial zu entfalten. Und wenn Sie jetzt neugierig darauf sind, mehr zu erfahren, dann lesen Sie am besten gleich mal den Beitrag E 350 in dieser Ausgabe. Denn dort erwarten Sie sechs Tipps, wie Sie Ihre Neugierde gezielt wecken.
Es grüßt Sie herzlich