Liebe Leserin, lieber Leser,
warum können sich Männer in Meetings oft besser durchsetzen? Zunächst geht es dabei um pure Biologie: Das männliche Sexualhormon Testosteron lässt in der Pubertät den Kehlkopf wachsen und die Stimmlippen länger und kräftiger werden. Ähnlich wie bei den Saiten einer Gitarre gilt: Je länger und massereicher die schwingenden Strukturen sind, desto tiefer klingt der Ton. Deshalb liegt die durchschnittliche Sprechstimmlage von Männern etwa eine Oktave unter der von Frauen.
Tiefere Tonlagen werden vom Gehirn unbewusst mit Kompetenz und Führungsstärke verknüpft, deshalb wirken Männerstimmen häufig autoritärer und finden mehr Gehör. Und verstärkt wird das reale Aufmerksamkeitsgefälle noch einmal durch gesellschaftliche Erwartungen, die Frauen eher zu einer freundlichen als zu einer dominanten Sprechweise ermutigen.
Entscheidend ist jedoch: Die stimmliche Resonanz lässt sich durch ein gezieltes Stimm- und Sprechtraining erheblich beeinflussen. Schon kleine Details können einen großen Unterschied machen: Mit einer bewussten Sprechweise – etwa durch eine ruhige Stimmlage, klare Betonung und angemessenes Sprechtempo – lässt sich die Wirkung der eigenen Stimme deutlich verbessern. Experten-Tipps dazu lesen Sie im Top-Thema.
Herzlich
Ihre Dunja Schenk