Neulich im Büro: Ich sitze vor einem leeren Dokument, Deadline im Nacken, Kaffee kalt. Je länger ich auf den Bildschirm starrte, desto lauter wird meine innere Stimme: „Fang an, dir muss jetzt etwas einfallen.“ Natürlich funktioniert es so nicht. Also habe ich mein Problem auf den Kopf gestellt und mich gefragt:
„Wie baue ich einen Workflow, der auf jeden Fall 100-prozentig schiefläuft?!“ Wait – what? Ja genau – manchmal muss man das Problem auf den Kopf stellen.
Kreativität heißt nicht, permanent neue Ideen zu produzieren. Oft reicht es schon, alte Denkbahnen zu verlassen. Wir bewegen uns so routiniert durch unsere gewohnten Muster, dass wir gar nicht merken, wie eng unser Blick geworden ist. Genau da setzt eine Methode an, die unsere Autorin Katharina Krentz dir in
dieser Ausgabe erklärt. Die Methode fragt nämlich nicht „Wie lösen wir das?“, sondern „Wie sorgen wir garantiert dafür, dass es scheitert?“ Klingt absurd – wirkt aber erstaunlich befreiend. Psychologisch passiert etwas Spannendes: Die Hemmschwelle sinkt, wir erlauben uns „falsches“ Denken, spinnen herum. Aus Anti-Ideen werden plötzlich konkrete Maßnahmen. Studien zeigen, dass Kreativität eng mit kognitiver Flexibilität zusammenhängt – mit der Fähigkeit, Perspektiven zu wechseln.
Das kann man übrigens auch gemeinsam im Team machen, dann wird es noch lustiger. Die Kopfstandfrage dreht alles um und öffnet neue Ideenräume – gleichzeitig entspannt sie. Vielleicht ist genau das ein guter Impuls für diese Ausgabe des New Work Journal: Probleme nicht immer frontal anzugehen, sondern ihnen mutig die Schwerkraft zu nehmen. Manchmal liegt die klarste Lösung eben kopfüber.