Ich hielt mich immer für eine ziemlich gute Autofahrerin. Für eine, die besser ist als der Durchschnitt – selbst die kleinste Parklücke meistere ich mit Bravour. Dann las ich von Ola Svensons Studie „Are We All Less Risky and More Skillful Than Our Fellow Drivers?“ aus dem Jahr 1981.
Das Ergebnis dieser spannenden Studie war, dass 93 % der US-amerikanischen Fahrer sich für geschickter als der Durchschnittsfahrer hielten. Das Phänomen heißt „Better-than-average-Effekt“. Wir neigen – vielleicht häufiger, als wir denken – dazu, uns selbst ein bisschen wohlwollender zu sehen, als es die Realität zulässt. Bei unseren Stärken sind wir großzügig,
unsere Schwächen hingegen blenden wir gerne mal aus.
Und genau da wird es spannend. Denn unsere Schwächen sagen ja genauso viel über uns aus wie unsere Stärken. Wer bereit ist, genauer hinzuschauen, entdeckt oft mehr Potenzial, als er dachte. Vielleicht bist du ungeduldig, chaotisch oder redest gern mal zu iel?
Bevor du dich dafür verurteilst: Jede Schwäche hat ja auch ein Potenzial, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Wie das geht, zeigen wir dir ab Seite 9 im Artikel „Schwächenfokus“.
Bis zur nächsten Ausgabe – und: Bleib ehrlich zu dir selbst.